Die Frage nach der Lebensdauer von Pressbacken stellt sich jeder Handwerker früher oder später. Doch wie lange sie tatsächlich halten, hängt von mehreren Faktoren ab. Im nachfolgenden Beitrag zeigen wir, woran man verschlissene Pressbacken erkennt und wann es sich lohnt, diese überprüfen zu lassen.
Lebensdauer von Pressbacken
Die Lebensdauer von Pressbacken ist variabel und hängt mit der Nutzung zusammen. Hersteller geben in der Regel eine maximale Anzahl an Presszyklen oder eine zeitliche Einsatzdauer vor. Meist liegt diese zwischen 10.000 und 20.000 Pressungen oder 5 bis 10 Jahren. Folgende Faktoren beeinflussen die Lebensdauer von Pressbacken: Das verwendete Material für die Pressbacke und dessen Verarbeitung, die Presskraft der Pressmaschine, die Häufigkeit des Einsatzes, die Art der Lagerhaltung und die Pflege der Pressbacke.
Woran erkennt man verschlissene Pressbacken?
Damit Rohrverbindungen dauerhaft dicht und sicher bleiben, müssen Pressbacken in einwandfreiem Zustand sein. Doch wie lässt sich feststellen, ob die Backen noch zuverlässig arbeiten oder bereits verschlissen sind?
Sichtbare Verschleißmerkmale
Pressbacken sind im täglichen Einsatz hohen Kräften ausgesetzt. Bei minderwertigen oder stark beanspruchten Werkzeugen können sich im Laufe der Zeit Abnutzungserscheinungen wie Beschädigungen, Risse oder Korrosion zeigen. prax® Pressbacken bestehen aus hochlegiertem Werkzeugstahl und werden nach strengen Qualitätsrichtlinien gefertigt – dadurch sind sie besonders formstabil und langlebig. Eine regelmäßige Sichtprüfung ist dennoch empfehlenswert, um die Sicherheit und Präzision dauerhaft zu gewährleisten.
Risiken beim Einsatz verschlissener Pressbacken
Der Einsatz von verschlissenen oder ungeprüften Pressbacken birgt erhebliche Gefahren und sollte vermieden werden. Neben mangelhafter Dichte der Verbindungen können auch Schäden an der Pressmaschine entstehen. Zudem können Normen und Vorschriften im Zuge der Installation nicht eingehalten werden. Es folgen zeitaufwendige Nacharbeiten, oder im schlimmsten Fall rechtliche Konsequenzen.
Undichte Verbindungen
Werden verschlissene Pressbacken für das Verpressen von Rohrverbindungen genutzt, kann es zu undichten Verbindungen führen. Mittelfristig kommt es so zu Leckagen und im schlimmsten Fall zu Gas- oder Wasserschäden. Wichtig zu wissen: Hersteller haften in der Regel nicht, wenn bei der Installation veraltetes oder verschlissenes Werkzeug verwendet wird.
Installations-Normen werden nicht eingehalten
Wer abgenutzte Pressbacken auf der Baustelle verwendet, kann nicht mehr garantieren, dass Installations-Normen eingehalten werden, wie etwa DIN EN 1775 (Gasleitungen), DIN EN 806 / DIN 1988 (Trinkwasser-Installationen) oder DIN 31051 (Instandhaltung). Es besteht das Risiko, dass Arbeiten nicht abgenommen werden oder kostspielig nachgebessert werden müssen.
Mögliche Bußgelder und Schadensersatz
Nach dem Produkthaftungsgesetz gilt die Pflicht, nur sichere und intakte Werkzeuge und Verfahren einzusetzen. Pressbacken fallen auch unter dieses Gesetz. Werden verschlissene oder beschädigte Pressbacken eingesetzt, kann der Betrieb im Schadensfall nach BGB § 280 für entstandene Kosten wie Reparaturen oder Nutzungsausfälle verantwortlich gemacht werden. Daneben können auch noch Bußgelder oder, bei grober Fahrlässigkeit, Haftstrafen durch Behörden ausgestellt werden. Um Ärger und Folgekosten zu vermeiden, lohnt sich daher eine regelmäßige Kontrolle und Ersatz der Werkzeuge.
Reinigung & Pflege
Zur Pflege von Pressbacken gehört die regelmäßige Reinigung nach jedem Einsatz. Oft geben die Hersteller Pflegeempfehlungen. Dabei ist wichtig, die richtigen Mittel zu verwenden:
- Mit einem trockenen, fusselfreien Tuch können Staub und leichte Rückstände entfernt werden.
- Für Schmutz in den Konturen eignet sich eine weiche Bürste.
- Bei stärkeren Ablagerungen hilft eine milde Seifenlösung. Anschließend gründlich mit Wasser abspülen und vollständig trocknen.
- Zum Schutz vor Korrosion sollten LABS-freie Korrosionsschutzmittel verwendet werden.
Wichtig: Keine aggressiven Reiniger wie Bremsenreiniger, Lösungsmittel, Säuren oder Laugen verwenden! Diese können die Oberflächen und Beschichtungen der Pressbacken beschädigen. Ebenso sollten keine harten Werkzeuge wie Stahl-Drahtbürsten genutzt werden. Für eine lange Lebensdauer gilt außerdem: Pressbacken immer trocken, staubfrei und geschützt lagern, z.B. in einem Werkzeugkoffer.
Dokumentation
Eine lückenlose Dokumentation von Wartungen und Prüfungen ist nicht nur für die eigene Übersicht wichtig, sondern kann im Ernstfall über Haftung oder Gewährleistung entscheiden. Versicherungen verlangen im Schadensfall oft den Nachweis, dass Werkzeuge regelmäßig geprüft wurden. Damit das im Handwerker-Alltag praktikabel bleibt, gibt es verschiedene Möglichkeiten:
- Werkzeugbuch: Jede Pressbacke bekommt eine Nummer oder einen Aufkleber. Nach Wartung oder Auffälligkeiten wird ein kurzer Eintrag gemacht.
- Digitale Liste (z. B. Excel): Auf dem Betriebs-PC oder Tablet gepflegt, übersichtlich und jederzeit abrufbar. Mit Kalenderfunktionen können Wartungstermine einfach erinnert werden.
Entscheidend ist die Regelmäßigkeit der Einträge. Schon ein kurzer Vermerk wie „geprüft am 15.03.2025, keine Schäden“ reicht oft aus, um im Nachhinein nachweisen zu können, dass der Betrieb seine Pflicht erfüllt hat. So bleibt der Überblick erhalten, das Risiko im Schadensfall sinkt und der Betrieb ist rechtlich auf der sicheren Seite.
Fazit
Wie lange Pressbacken halten, hängt stark von Einsatz und Pflege ab. Mit regelmäßiger Wartung, richtiger Reinigung und sorgfältiger Dokumentation können Betriebe die Lebensdauer deutlich verlängern und gleichzeitig Normen, Herstellervorgaben und rechtliche Anforderungen einhalten.